Schon seit es richtige Häuser gibt, sind die Glaser damit befasst, entsprechende Scheiben in Fenster und Türen einzusetzen.
Somit entstand schon bei Zeiten das
Glaserhandwerk. Die Aufgaben dieses Handwerkes sind viel umfangreicher, als
Türen und Fenster herzustellen und zu reparieren. Glas ist mittlerweile ein vielseitig eingesetztes Material im Bauwesen sowie auch bei Gebrauchsgegenständen. Wer hat nicht schon mal die Glasfassaden bewundert, die an modernen Bauwerken angebracht werden.
Ebenso wird Glas immer mehr im
Innenausbau eingesetzt. Glastrennwände, Glastische, Spiegel und Spiegelfronten sind mittlerweile in vielen Gebäuden anzutreffen. Bei der Altbausanierung und der Wiederherstellung historischer
Bauwerke wird Glas nach historischen Vorlagen und Verfahren wieder verwendet.
Glasfront des Schokoladenmuseum in Köln

Foto: Glasfront
Der Fachbetrieb für die Verarbeitung und den Einbau von Glas ist im Allgemeinen ein Handwerksbetrieb.
Der Meister und die Handwerker haben durch eine fundierte Ausbildung und Weiterbildung alle notwendigen Arbeitstechniken im Griff. So gibt es spezielle Ausbildung für das Handwerk und auch für Gebrauchsgegenstände aus Glas. Realisiert wird das durch bestimmte Spezialisierungen. Zum Teil wird das notwendige spezielle Fachwissen durch Weiterbildungskurse angeeignet. Diese Weiterbildung erfolgt durch die Ausbildungseinrichtungen der
Handwerkskammern oder auch durch die Hersteller der Glasprodukte.
Tätigkeiten im Glaserhandwerk
Vielerlei Tätigkeiten im
Glaserhandwerk erfordern ein fundiertes Fachwissen der
Mitarbeiter im Fachbetrieb. Die Mitarbeiter sind nicht nur für die Bearbeitung zuständig, sondern meist auch für die Montage auf der
Baustelle. So ist es erforderlich, älteres Isolierglas in vorhandenen eingebauten Fenstern durch Wärmedämmglas zu ersetzen.
Die Handwerker und Meister vom
Fachbetrieb sind auch
bei jederart Reparatur und Neuverglasung in Gebäuden und an der
Außenhülle dieser beteiligt.
Spiegelmontagen sind ein spezielles Gebiet, wie in speziellen
kulturellen und sportlichen Bereichen. Außerdem beschäftigt sich auch
das Kunsthandwerk mit der Verglasung und Produkten aus Glas.
Foto: Ein Fensterausschnitt aus der St. Jürgen Kirche in Heide
Foto:handwerkernet.de
Kirchenrestaurierung und die Instandsetzung von historischen Bauwerken
sind solche Bauvorhaben, die eine fundierte Ausbildung und Weiterbildung
speziell für alte Verfahren erfordert. So sind gerade in Kirchen
Bleiverglasungen wieder herzustellen, was oftmals sogar nur nach
vorhandenen Fotos oder Zeichnungen erfolgt.
Diese Tätigkeiten im Glaserhandwerk erfordern viel Wissen. Es ist der
Zuschnitt des Glases und auch die Weiterbearbeitung zu beherrschen. Die
erforderliche Bildung ist mittlerweile einer ständig sich
weiterentwickelnden Technologie und Technik ausgesetzt. Die
Anforderungen an die Ausbildung haben sich durch neue Werkstoffe und Maschinen ständig
weiterentwickelt.
Neuste Verordnungen müssen bekannt und auch
entsprechend umsetzbar sein. Der BIV-Bundesinnungsverband des
Glaserhandwerks ist die Dachorganisation dieses Handwerks. Dort werden
Lehrgänge durchgeführt und die Qualitätssicherung durch entsprechende
Aus- und Fortbildung unterstützt. Die berufliche Erstausbildung für das
Glaserhandwerk ist sehr wichtig, denn nur bestens instruiertes Personal kann die hohen Anforderungen in diesem Handwerk erfüllen.
Foto:handwerkernet.de

Baustelle am Südkai in Köln
Die Tätigkeiten im
Glaserhandwerk sollten gerade von jungen Menschen
wieder mehr erlernt werden. Bei Eignung ist es auch möglich, den
Abschluss als Meister im Glaserhandwerk zu machen.
Es ist auch unbedingt notwendig rechtzeitig die Lehrlinge mit der Praxis
vertraut zu machen. Ein hohes Niveau in diesem Handwerk wird somit
garantiert.
Der
BIV-Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks
bietet konkret die Ausbildungsrichtung dieser Berufsgruppe in der
Bundesfachschule Glaserhandwerk an. Glaserseminare und die
Meistervorbereitungslehrgänge werden ebenfalls in dieser
Bundesfachschule angeboten. Ein technisches Kompetenzzentrum zeigt immer
aktuell neueste Trends, Materialien und Verarbeitungsverfahren auf.
Glaserhandwerk und Glaserhandel ergänzen sich oftmals
Die Planung, Lieferung und Montage verschiedenster Anwendungen aus Glas ist eine
Hauptaufgabe dieser Betriebe.
Qualität und Zufriedenheit der Endkunden sollte dabei höchste Priorität
haben. Glasermeister und -gesellen sind für diese Aufgaben direkt
verantwortlich. Verfahren wie die Sandstrahlbearbeitung von Glasflächen
oder das Anbringen von Logos und Ornamenten sind schon sehr
handwerkliche Tätigkeiten.
Foto:handwerkernet.de

Foto: Ein Diatretglas, zu sehen im Römisch-Germanisches Museum in Köln
Solche Dinge unterscheiden die Handwerksbetriebe von den industriell
gefertigten Bauelementen aus Glas. Das beginnt schon beim Entwurf. Ein
Firmenlogo in der Eingangstür oder am Empfangstresen wirkt elegant und
ist etwas Besonderes um die eigene Firma wirkungsvoll gegenüber Kunden
und Besuchern darzustellen.
Der Stil der vorhandenen Einrichtung
bestimmt dabei den Stil der Glasbearbeitung. Vielerlei Anwendungsgebiete
sind mittlerweile möglich. In Küchen und Bädern ist es möglich, einen
Glasspritzschutz statt Fliesen zu installieren. Sogar
Ganzglasarbeitsplatten werden eingebaut. Im Bad ist die Duschkabine mit
Flügel- oder Schiebetüren sicher jedem bekannt.
Schaufenster müssen repariert und gewartet werden. Am Haus werden Vordächer aus Glas
installiert und Balkon- sowie Terrassenverglasungen angebracht. Türen
aus Ganzglas als Schiebetür oder Flügeltür sowie auch
Horizontalschiebewände werden in Bauwerke eingebaut. Glasmöbel werden
nach Kundenwunsch hergestellt und UV-verklebt. Bleiverglasungen werden
durch spezielle Kunstglaser gefertigt. Ein Notdienst ist ebenfalls bei
Kunden gefragt.